ABC Einsatzbericht
Chemieaustritt in Gebäude Oberhohenried
- Alarmzeit
- Einsatzort
- Steinerne Heide, Oberhohenried
- Meldung
- ABC THL BIO / CHEMIE - Chemikalienaustritt in Gebäude

Ein Gefahrstoffaustritt in einem Gewerbebetrieb in Oberhohenried rief am Samstagnachmittag ein Großaufgebot von Rettungskräften auf den Plan. Fünf Personen wurden dabei verletzt. Die Identifikation und Beseitigung der Gefahr nahm etwa drei Stunden in Anspruch.
Um 17:00 wurden die Feuerwehren Ober- / Unterhohenried, Haßfurt, Sylbach sowie Spezialeinheiten aus Sand, Knetzgau und Aidhausen unter dem Stichwort „ABC THL BIO / CHEMIE“ in die Steinerne Heide in Oberhohenried alarmiert. Parallel dazu wurde auch seitens Rettungsdienstes ein Großalarm unter dem Stichwort „RD 5“ ausgelöst. Gemeldet wurden mehrere Personen, die nach der Freisetzung eines unbekannten Stoffs unter Atemwegsreizungen litten.
Bei Eintreffen der Feuerwehr war das Gebäude bereits geräumt. Fünf Mitarbeitende wurden vom ersteintreffenden Rettungswagen versorgt. Sie schilderten, dass wohl zwei Reinigungsmittel vermischt wurden und dabei reizende Dämpfe entstanden. Zur Erkundung der Lage ging ein Atemschutztrupp mit einem Mehrgasmessgerät und speziellen Prüfröhrchen in das Gebäude vor. Parallel dazu wurden die Gebäudezugänge gegen unbefugten Zutritt gesichert. Mit Unterstützung der Betriebsleitung wurden Datenblätter der in Frage kommenden Reinigungsmittel recherchiert. Zur Reinigung der potenziell kontaminierten Einsatzkräfte wurden ein Dekontaminationsplatz am Gebäudeeingang eingerichtet.
Da sowohl die ersten Messergebnisse als auch die Datenblätter die Freisetzung von hautreizenden Stoffen nahelegten, wurde der Atemschutztrupp zurückgezogen. Die weiteren Maßnahmen im Innenraum erfolgten unter speziellen Chemikalienschutzanzügen (CSA). Hierzu wurden auch weitere CSA-Träger nachalarmiert. Zur weiteren Eingrenzung des Gefahrstoffs wurden spezielle Messgeräte des ABC-Erkundungswagen der Feuerwehr Sand eingesetzt. Die Messungen ergaben, dass es sich um Ammoniak und Formaldehyd handelte. Als Quelle wurde der Bereich um eine Reinigungsmaschine ausgemacht.
Zur Beseitigung der Gefahr wurde die Maschine ins Freie verbracht. Dort wurden die Reinigungsmittel abgelassen und mit Wasser verdünnt über einen Ölabscheider entsorgt. Um die verbleibenden Dämpfe zu beseitigen, wurde das Gebäude belüftet. Nachdem die abschließenden Messungen im Gebäude keine Auffälligkeiten mehr ergaben, konnte der Großeinsatz beendet werden. Um 20:45 waren alle Fahrzeuge der Feuerwehr Haßfurt zurück im Gerätehaus und die Einsatzbereitschaft wiederhergestellt.
Die Feuerwehr Haßfurt war mit fünf Fahrzeugen und 24 Einsatzkräften vor Ort. Außerdem im Einsatz waren die Feuerwehren Ober- / Unterhohenried, Sylbach, der ABC-Erkunder und Gerätewagen Atemschutz der FF Sand sowie die Dekontaminationseinheit der Feuerwehren Aidhausen und Knetzgau. Seitens Rettungsdienstes waren mehrere Rettungswagen und Notärzte sowie die Führungsunterstützung im Einsatz. Schließlich waren eine Streife der Polizei und der Fachberater des THW im Einsatz.








